Der Rheinbund

In Deutschland wurde auf Napoleons Initiative hin im Juli 1806 der Rheinbund gegründet. Dieser Bund deutscher Fürsten, die aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation austraten, war in erster Linie ein Militärbündnis. Frankreich verfügte fortan über sämtliche militärischen Kräfte des Rheinbundes. Auch wenn die untergeordneten Länder, vier Königreiche, fünf Großherzogtümer, dreizehn Herzogtümer, siebzehn Fürstentümer und die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen, große Kontributionen leisten mussten, führte diese Neuordnung doch zu einer Modernisierung in Wirtschaft und Verwaltung und einem Ende der habsburgerischen Dominanz über den ehemaligen deutschen Flickenteppich.

Wenige Tage später legte Franz I. die Kaiserkrone nieder und erklärte gleichzeitig das Heilige Römisches Reich für beendet. Dies geschah keinesfalls freiwillig. Vielmehr wurde Österreich durch ein Ultimatum an den österreichischen Gesandten in Paris, General Vincent, dazu gezwungen. Sollte Kaiser Franz nicht bis zum 10. August abdanken, so würden französische Truppen Österreich angreifen. Der Kaiser überschritt deutlich seine Kompetenzen als er nicht nur die Krone niederlegte, sondern das Reich auflöste. Damit wollte er Napoleon zuvorkommen, der Ambitionen hatte die Krone nach Frankreich zu holen.

Am 26.8.1806 erhielt Napoleon ein preußisches Ultimatum in dem er aufgefordert wurde, bis zum 8. Oktober seine Truppen über den Rhein zurückzuziehen. Der Zeitpunkt ist äußerst ungeschickt gewählt, denn ein Großteil der französischen Armee befand sich noch in Deutschland. Die russische Armee war weit nach Osten marschiert und konnte nicht rechtzeitig eingreifen. Österreich war über die Zurückhaltung Preußens während der dritten Koalition, die bei Austerlitz zerschlagen wurde, verstimmt und gedachte diesmal selbst dem Unglück zuzuschauen.

Napoleon dachte nicht daran seine Truppen zurückzuziehen und bereitete sich auf den Krieg gegen Preußen vor. Napoleon traf am 28. September in Mainz ein. Hier erfuhr er, dass ein Kurier aus Berlin durchgereist und auf dem Weg nach Paris war. Noch hatte er keine formelle Kriegserhaltung aus Berlin erhalten. Die Überschreitung der sächsischen Grenzen würde er als Kriegserklärung ansehen. Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Preußen tatsächlich bei Dresden über die Elbe gegangen waren.

Am 8. Oktober 1806 übertraten französischen Soldaten die Grenze von Sachsen. Friedrich Wilhelm III. erklärte Frankreich daraufhin am 9. Oktober 1806 den Krieg.

Am 10. Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Saalfeld. Napoleon war sehr schnell vom Main aus in Richtung Berlin marschiert. Während sich Preußen und Sachsen östlich der Saale versammelten, sollte Prinz Louis Ferdinand von Preußen den Weg nach Berlin decken. Bei Saalfeld wurde das Korps von Louis Ferdinand zerschlagen, der Prinz selbst fiel an diesem Tag.

Am 12. Oktober beschlossen die Verbündeten der Entscheidungsschlacht auszuweichen. Die Russen waren schon auf dem Weg und gemeinsam hatte man eine Chance Napoleon zu schlagen. Um nicht von Berlin abgeschnitten zu werden, zogen sie weiter nach Norden. Das Korps des preußischen Generals Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen blieb bei Jena stehen um den Rückzug zu decken. Keine Seite ahnte, dass es dort zwei Tage später zur großen Schlacht kommen sollte.
Doppelschlacht von Jena und Auerstädt

Das Korps Hohenlohe, das bei Beginn des Krieges von 1806 an der mittleren Saale stand, konzentrierte sich nach dem unglücklichen Gefecht bei Saalfeld (10. Oktober) auf den Höhen zwischen Weimar und Jena, um der Hauptarmee bei ihrem Linksabmarsch nach der Unstrut die Flanke zu decken und ihr dann zu folgen.

Hohenlohe wollte eine Schlacht an dieser Stelle vermeiden und ließ es geschehen, dass die Franzosen unter Lannes am 13. Oktober Jena besetzten sowie den Landgrafenberg und ded sogenannte Windknollen besetzen konnten.

Napoleon, der am Nachmittag in Jena eintraf, ließ noch in der Nacht die Geschütze des Lannesschen Korps und der Garden auf die Höhe schaffen.

Am Morgen des 14. Begann die Schlacht: Lannes im Zentrum sollte den Kampf beginnen, Ney ihm nachrücken, Augereau mit dem linken Flügel durch das Mühltal, Soult mit dem rechten durch das Rauhtal in die Flanken des Feindes fallen.

Um 6 Uhr morgens wurden die Dörfer Klosewitz und Lützeroda, die Tauenzien mit .8000 Mann besetzt hielt, von den Franzosen angegriffen und nach zweistündigem Widerstand genommen. Tauenzien zog sich mit Verlust, aber in guter Ordnung auf das Gros nach Vierzehnheiligen und Krippendorf zurück.

Das Korps des Generals Holtzendorf (6.000 Mann) wurde von Soult seitwärts nach Apolda gedrängt. Hohenlohe hatte inzwischen seine Truppen aufgestellt, die Preußen unter Grawert bei Vierzehnheiligen, die Sachsen bei Isserstädt, und Rüchel, der mit 15.000 Mann bei Weimar stand, zu Hilfe gerufen.

Noch am Mittag griff Ney Vierzehnheiligen an und nahm es im ersten Anlauf. Zwar hatte er anfangs Mühe, es gegen die preußische Infanterie zu behaupten, doch erhielt er von allen Seiten stetig Verstärkungen. Augereau und Soult umklammerten die Flanken des Feindes, so die Regimenter Hohenlohes zurückweichen mussten.

Rüchel, der um 2 Uhr bei Kapellendorf anlangte und vergeblich durch einen Angriff die Franzosen aufhalten wollte, konnte nicht mehr in die Schlacht eingreifen.

Das 48.000 Mann starke preußische Hauptheer unter Herzog Karl von Braunschweig erreichte am Abend des 13. Oktober Auersted um den Saaleübergang bei Kösen noch besetzen zu können; auch hatte man von der Nähe des Davoutschen Heeres (30,000 Mann) im preußischen Hauptquartier keine Ahnung.

Davout konnte daher, im Besitze des Kösener Passes, den steilen Talrand des linken Saaleufers am 14. Oktober früh ersteigen. Die Preußen, voran Blücher mit der Reiterei und die Division Schmettau, die um 6 Uhr morgens von Auersted ausgebrochen waren, trafen bei Hassenhausen auf den vom Nebel gedeckten Feind, und zwar dessen Hauptmacht, die mehrere Angriffe zurückwies.

Erst nach der Ankunft der Division Wartensleben schritten die Preußen gegen 9 Uhr zum Angriff auf Hassenhausen, ohne Erfolg; Herzog Karl wurde durch beide Augen geschossen, Schmettau tödlich verwundet.

Der Oberleitung beraubt, drangen die preußischen Truppen nur noch vereinzelt vor, wurden aber von dem inzwischen verstärkten Feind immer wieder zurückgeworfen.

Als die Munition verschossen war, trat das preußische Heer, obwohl inzwischen die Division Oranien heran gekommen und noch über zwölf frische Bataillone vorhanden waren, den Rückzugan,[84] erst in Buttstädt, wo sie auf die Trümmer der Armee von Jena stieß, begann auch bei ihr die Auflösung.


Der Sieg in der Doppelschlacht von Jena und Auerstäd lieferte Napoleon mit einem Schlag Preußen in die Hände. Nachdem Napoleon in Potsdam am Grab Friedrichs II. weilte, hielt er am 27. Oktober seinen Einzug in Berlin, von wo er am 2l. November das Dekret über die Kontinentalsperre erließ.

In Polen, wo ihm die Preußen zu Hilfe kommenden Russen entgegentraten, geriet sein Siegeszug im Winter von 1806 bis 1807 ins Stocken, und bei Preußisch-Eylau am 7. und 8. Februar erfocht Napoleon trotz ungeheurer Verluste keinen Sieg.

Bei Friedland brachte er am 14. Juni den Russen eine entscheidende Niederlage bei, worauf er mit Kaiser Alexander am 25. Juni auf der Memel die denkwürdige Zusammenkunft inmitten des Flusses hatte. Beide Fürsten trafen sich auf zwei Flössen, während der preußische König vom Ufer zusehen durfte.

Den Versuch der preußischen Königin Luise, für ihr Land günstigere Bedingungen zu erlangen, wies er zurück. Indem er Preußen zwang, die Hälfte seines Gebiets abzutreten, und drückende Lasten auferlegte, zog er sich selbst einen unversöhnlichen Feind groß. Dies sollte sich 1813 rächen.
Die Kontinentalsperre

Die Kontinentalsperre war Napoleons Antwort auf die anhaltende Seeblockade durch britische Schiffe. Seitdem die französische Flotte vor Trafalgar verloren ging, hatte Napoleon keine maritime Option mehr gegen England. Die Landblockade sollte England wirtschaftlich entscheidend zu treffen. Englische Waren und Schiffe wurden beschlagnahmt und Händler verhaftet. Ab 1807 wurde die Kontinentalsperre auch auf neutrale Schiffe erweitert.

Es gelang allerdings nicht die englische Wirtschaft durch die Landblockade entschieden zu treffen. Nur wenige Branchen, wie zum Beispiel die Textilindustrie, profitierten vom napoleonischen Protektionismus. Viele europäische Händler waren vielmehr abhängig von englischen Waren oder benötigten England als Abnehmer. So wuchs in den beherrschten Gebieten der Unmut gegen die Kontinentalsperre.

Eugen Beauharnais wurde Vizekönig von Italien, Joseph Bonaparte wurde König von Neapel, Ludwig Bonaparte König von Holland, Napoleons Schwager Joachim Murat Großherzog von Berg; seine Schwester Elise erhielt Lucca, Massa und Carrara, seine Schwester Pauline Guastalla.

Ein Familienstatut vom 31. März 1806 erklärte Napoleon, obwohl er nicht der älteste Sohn war, zum Oberhaupt der Familie.